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Der Stern von Bethlehem

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Was war denn nun der Stern von Bethlehem?

Auch die überlieferte Mondfinsternis lässt sich nur schwer mit den Ereignissen der Bibel in Einklang bringen. In Frage kämen derer zwei: Am 13. März 4. v. u. Z. und am 10. Januar 1 v. u. Z.. Die erste scheidet aus, da der Mond nur teilweise verfinstert wurde und die Zeit zum nächsten Passahfest zu kurz war. Da passt die Mondfinsternis von 1 v. u. Z. schon erheblich besser ins Bild, der Stern von Bethlehem wäre somit als Konjunktionen zwischen Jupiter und Regulus bzw. Venus zu deuten. Alternativ kämen übrigens auch noch die Mondfinsternisse vom 23. März und 15. September 5 v.u.Z. in Frage.

Und wie sieht es mit anderen Erscheinungen aus: Ein Komet scheidet aus, da er als Unglücksbringer galt. Ungeachtet dessen vertritt aber beispielsweise Prof. Colin Humphrey, University of Cambridge, die These, ein über 70 Tage hinweg sichtbarer Komet aus dem Jahr 5 v. u. Z. könnte der gesuchte Stern von Bethlehem sein, und über diesen Schweifstern würden chinesische Quellen berichten. Nach seiner Auffassung könnten zwar die drei Weisen durch die Dreifachkonjunktionen 7./6. und 4./3. v. u. Z. zu ihrer Reise nach Bethlehem inspiriert worden sein, das eigentliche auslösende Moment wären sie aber nicht.

Eine Supernova ist in bekannten Sternlisten nicht zu finden, allerdings scheinen chinesische und koreanische Quellen auf einen „neuen Stern" im fraglichen Zeitraum hinzudeuten, aber hier ist die richtige zeitliche Zuordnung noch schwieriger. Zumal man die Frage stellen muss, wieso ein derartig auffälliges Objekt von Beobachtern im mediterranen Raum nicht aufgezeichnet wurde und: Typische Überreste einer Supernova wie der Krebsnebel sind bislang für den fraglichen Zeitraum nirgends gefunden worden.

Eine recht skurrile Theorie besagt, dass die Supernova genau im Schoss des chaldäischen Sternbildes Erua aufleuchtete. Und dieses Sternbild ist weitestgehend mit dem griechischen Coma Berenices, dem „Haar der Berenike“, und die habe dann die babylonischen Gelehrten zur ihrer Tausende Kilometer langen Wanderung durch die Wüste ins ferne Bethlehem veranlasst. Ähnlich abenteuerlich wirkt ein Einwand Heribert Illigs, der in seinem Buch „Das erfundene Mittelalter“ behauptet, rd. 300 Jahre im frühen Mittelalter seien schlicht erfunden worden. Daraus leitet er ab, dass nach dem Stern von Bethlehem schlicht im falschen Jahrhundert gesucht wird. Pech nur, dass z. B. dass der Zeitraum für die Supernova des Jahres 1054 im Krebs anhand der Ausbreitungsgeschwindigkeit der während der Explosion freigesetzten Materie zweifelsfrei bestätigt wurde!

Das verschiedentlich ins Spiel gebrachte Zodiakallicht (Streuung des erdnahen interplanetaren Staubes im Sonnenlicht) scheidet ebenfalls aus, da hier keine Wanderung und ein anschließender Stillstand stattfindet. Meteoriten oder Feuerkugeln scheiden ebenfalls aufgrund ihrer extremen Kurzlebigkeit aus.

Geht man die Frage nach der Existenz des Sterns von Bethlehem an und untersucht die Frage nach der historischen Gestalt Jesu, so stößt man auf ähnliche Probleme. Über ihn wird erstmals in den Paulusbriefen berichtet und Jesu als jemand in den 30ern beschreiben. Da kann er nun 31 oder auch 39 Jahre alt gewesen sein. Das wiederum könnte zu den Konjunktionen der Jahre 7/6 oder 3 bzw. 4. v. u.Z. passen.

Da im Prinzip nichts richtig zueinander passt und man, wie in der Archäologie üblich, die ganzen Ereignisse beliebig und auch gerne hin und herschiebt, um es evtl. passend zu machen, gibt es nicht wenige Bibelforscher und Theologen, die der Auffassung sind, den Stern von Bethlehm habe es nie gegeben und ist nur eine Ausschmückung der Geschichte in der Bibel, um die Bedeutung des neugeborenen Heilands herauszustreichen. Schließlich wurden wesentliche Teile der Heiligen Schrift, wie das Neue Testament und die Evangelien, erst 60 bis 100 Jahre nach den Ereignissen niedergeschrieben. Das allerdings setzt voraus, dass es einen historischen Jesus überhaupt gegeben hat!

Das Matthäus-Zitat
Die Bibel als Quellenmaterial
Die Evangelien
Auslegung des Quellenmaterials
Probleme mit der Deutung
Feiern wir das „richtige“ Weihnachten?
Literatur


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